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Wie tolerant bin ich wirklich?

Discussion in 'Menschliches und Familie' started by Alpha, Jul 5, 2009.

  1. Alpha

    Alpha Administrator Staff Member

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    Ich hatte heute ein langes Telefongespräch das mich sehr hmmm bewegt, aufgeregt, geängstigt, berührt hat... Ich weis nicht wie ich es beschreiben soll.

    Jedenfalls hat es mich zum grübeln und nachdenken gebracht wie noch nie ein Telefonat zuvor.

    Ich der ich mich immer für ach so tolerant hielt, ich der ich toleranz predige wo ich nur kann frage mich nun wie tolerant bin ich wirklich.
    Klar bis jetzt hatte ich nie Probleme damit.
    Egal ob in der Theorie oder in der praxis. Alles was ich predigte konnte ich auch immer zu 100% in der Praxis umsetzen und nie viel es mir schwer.
    Ich meine ich habe einen halb asiatischen Sohn eine dunkelhäutige Tochter bin Ausländer meine besten Freunde sind Palistinänser oder Schwul/Lesbisch usw. ich treffe jeden Tag auf Intoleranz und weis wie wichtig toleranz ist deswegen predige und praktiziere ich sie wo ich nur kann.

    Nun denn gesten habe ich eine wirklich nette Frau kennengelernt.
    Leider in nicht ganz nüchternen zustand.(Bei beiden Seiten)
    Wir haben uns unterhalten fanden uns sympatisch haben uns geküsst nummern getauscht und uns gefreut auf unser nächstes Date...

    Heute dann beide wieder nüchtern war es für beide eine schöne Erinnerung beide wollten wir uns wiedersehen.
    Also haben wir uns angerufen.
    Natürlich hab ich mich auf das Gespräch gefreut.
    Doch nach dem zweiten Satz stand ich erstmal völlig fassungslos da und musste tief Luft holen.
    Der zweite Satz von ihr war " Ich sollte dir als erstes bevor wir weiter reden sagen das ich HIV positiv bin"

    ok im ersten moment war ich wie vor dem Kopf gestoßen hatte sofort Panik wegen der Küsse.
    Obwohl ich ja weis das dies eigentlich keine Gefahr darstellt es ist mehr als unwahrscheinlich sich beim Küssen wirklich zu infizieren und die Möglichkeit das dies bei kleinen Verletzungen im Mund theoretisch möglich ist ist in etwa gleich groß wie die möglichkeit von einem Auto überfahren zu werden also sehr gering.
    Trotzem hatte ich im ersten Moment Panik und Vorurteile. Plötzlich war es nicht mehr weit her mit meiner sonstigen Gelassenheit.
    Obwohl wie gesagt eigentlich müsste ich es besser wissen ich hab genug Wissen zu diesen Thema ich hätte nie so reagieren sollen (Ich meine innerlich gefühlsmäßig reagieren).

    Aber ok nach 1-2 Stunden Gespräch ging es mir wieder besser ich bekam meine (unnötigen) ängste wieder unter kontrolle und ich kam mir ganz schön blöd vor.

    Aber das war ja erst der anfang.
    Das was meine Toleranz wirklich nun auf die Probe stellt ist die Tatsache ich mag sie sie mag mich noch mehr und wollte wissen ob ich mir eine Beziehung mit ihr vorstellen könnte...
    Nun stand ich da wie sollte ich nun reagieren?
    Klar ich weis wen man sich an gewisse regeln hält spricht weder was gegen eine Beziehung noch gegen Sex mit jemanden der HIV hat. Hält man die Regeln strickt ein besteht eigentlich nicht wirklich eine Gefahr.
    Sagt zumindest die Theorie...
    Mein Kopf und mein Gefühl sagten mir ich hab trotzdem Angst wirkliche Angst das dies eben nicht so stimmt und ich hab Familie verantwortung usw.

    So wie den nun was tun wie reagieren was denken ich war wirklich verwirrt wusste nicht was ich denken, sagen oder fühlen sollte. Die ganze Situation war zu überraschend und hat mich völlig überfordert. gerade mich der es gewohnt ist in eigentlich jeder wirklich wichtigen Situation der erste zu sein der suverän reagiert.
    Das ganze hat mir meine Grenzen aufgezeigt und faktisch alles was ich meinte zu sein mit einem Schlag völlig durcheinander gebracht.
    Ich war mir absolut sicher zu wissen wie meine Toleranz mein Charakter meine Souveränität und meine Fähigkeiten auf ungewöhnliche Situationen zu reagieren ist und nichts von alledem hat sich als echt herausgestellt und und sich in dieser Situation bewahrheitet.
    Nicht von all dem was ich dachte zu sein hat diese "Prüfung" überstanden.
    Ein einziger Satz hat gerade mein Leben völlig durcheinander gebracht.
    Ich denke ich werde noch Wochen und Monate daran zu knabbern haben.
    Aber ich habe verdammt viel über mich gelernt.

    Die schwerste Entscheidung habe ich jetzt vor mir.
    Wie wird es weitergehen zwischen ihr und mir.
    Wie werde ich reagieren.
    Ich hab ihr noch keine Antwort gegeben und natürlich hat sie Verständnis dafür das ich darüber nachdenken will.
    Aber ok wie Fair ist es darüber nachzudenken jemanden eine Chance zu geben nur weil ich von einer Situation überfordert bin von der ich eigentlich nicht überfordert sein sollte?
    Ganz ehrlich ich fühl mich echt mies und hab ihr gegenüber ein verdammt schlechtes Gewissen den sie kann am wenigsten was dafür.
    Aber was nun wenn ich auf Mitleid eine falsche entascheidung treffe?
    Oder aus Angst eine Falsche Entscheidung treffe.
    Ich hatte bis heute niemals eine Situation in der ich mich nicht im geringsten in der Lage fühlte überhaupt eine Entscheidung zu treffen.

    Reine Kopf entscheidungen sind fast immer die falschen.
    Nur nach Bauch zu entscheiden ist nicht mehr möglich wenn man auch für andere Verantwortung zu tragen hat.
    Also was nun?

    Mich verwirrt diese Situation und ich will das nicht.
    Genauso wenig will ich ihr aber weh tun nur weil ich nicht in der Lage bin ..
    hm ja was eigentlich... nicht in der Lage bin irgendwie zu reagieren.

    Klar ich könnte davonlaufen mich vor einer Entscheidung drücken oder auf gut Glück eine wählen hinter der ich nicht völlig stehe.
    Nur dann könnte ich nie wieder in den Spiegel gucken ohne zu kotzen...

    Es ist wirklich ne verdammt blöde Situation.
    Ja ich mag sie ja ich hab mich verguckt in sie und je länger wir tel. desto mehr wurde sie zu jemanden der mich unheimlich.. fasziniert bewegt zu jemanden der Gefühle in mir hervorruft die ich lange nicht mehr hatte...
    Und dennoch habe ich Angst vor ihr oder besser vor dem was in ihr ist...

    Jetzt sitz ich da wie ein Depp weis nicht was ich tun soll uns schreib diese Zeilen weil ich einfach hoffe das mir zumindest dies ein wenig von der last nimmt die ich gerade fühle und die ich so schnell wie möglich loswerden will.
    Ok wie dem auch sei ich steh vor einem Problem und ich muss es lösen so oder so nur im Moment bin meilenweit davon entfernt auch nur ansatzweise eine Idee zu haben wie ich es lösen soll...

    Irgendwie fühl ich mich gerade wie in einem falschen Traum...

    So...
    Wie würdet ihr in dieser Situation reagieren?
    Was würdet ihr machen , denken, fühlen...?
  2. wolle

    wolle ...ist locker!

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Erstaunlich offene Worte zu etwas privaten,welche ich Dir nie zugetraut hätte.
    Es ist in der Tat keine leichte Entscheidung die Du da treffen mußt aber ich werde dir mit vermeintlich guten Ratschlägen oder einer gut gemeinten Meinungsäußerung vom Hals bleiben.
    Ich bin der Meinung,daß Du letztendlich die für dein weiteres Leben bedeutende,richtige Entscheidung triffst.
    Da habe ich vollstes Vertrauen.
  3. Alpha

    Alpha Administrator Staff Member

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Du wirst es nicht glauben.
    Auch Admins sind ab und zu ganz normale Menschen mit ganz normalen Problemen. ;)

    (auch wenn wir manchmal (Natürlich völlig zurecht :D ) mit Göttern verglichen werden :D )

    Aber im ernst.
    Natürlich ist mein Forum auch für mich die erste Anlaufstelle bei Fragen die mich bewegen.
    Ich vertrau meinem Forum meinen usern meinen mods sie werden wenn sie Tipps haben die richtigen geben.
    Und ich denke es schadet auch nicht ab und zu an sich selbst zu zweifeln und warum sollte man daraus ein Geheimnis machen.
    Ich denke selbstzweifel kann auch ein zeichen von stärke sein besonders wenn man es öffentlich zur Diskussion stellt.

    Zumal es mich ja brennend interessiert wie ihr reagieren würdet in dieser Situation
  4. wolle

    wolle ...ist locker!

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Sorry für das OT jetzt.
    Diesen Thread würde ich aber gern da "Exklusive Themen" einstellen,denn das ist es das Thema wert.
  5. Alpha

    Alpha Administrator Staff Member

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Ich hatte auch 0,04 Sekunden daran gedacht aber ein Privates Problemchen eines Admins selbst als Exklusives Thema zu werten wäre mehr als Arrogant zumal es weit wichtigere Themen gibt die eine größere Mehrheit ansprechen weil sie allgemeinerer Natur sind.
    Die haben den Platz dort eher verdient ;)
  6. AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Also kann mich Wolle nur anschließen, ersteinmal Klasse, dass ihr darüber geredet hab, Klasse von ihr es dir zu gestehen und dann Klasse von Dir ihr zuzuhören! Tipps können wir dir denke ich Alle nicht geben. Nur Wenige Menschen überhaupt haben bisher in deiner Situation gesteckt! Und eagl wie du dich entscheidest, Vorwürfe kann man dir nicht machen! Im Rettungsdienst/Feuerwehr kommst du zwar immer mal wieder in Situationen, wo man im nachhinein einfach tief durchatmen muß. Weil es doch eng war für einen selber oder auch für den Patienten/Betroffenen. Du kommst auch mal in Kontakt mit HIV-positiven Menschen, meist erfährst du es wenn überhaupt hinterher. Auch gehen mal Handschuhe kaputt oder du kommst ungeschützt mit Blut in Kontakt, Gedanken schießen dir dann auch durch den Kopf! Mein Kollege auf dem RTW hat sich auch schonmal an einer benutzten Kanüle verletzt! Man transportierst mal (zwar äußerst selten) aggressive offene TB! Nur vergleichen kann man das alles nicht. Da sind halt keine Gefühle im Spiel die einen in eine wirkliche Zwickmühle bringen! Ich kann mir momentan nicht vorstellen wie ich reagieren würde wenn ich jetzt an deiner Stelle wäre. Man kann sich hundert mal sagen ich würde so oder so reagieren, nur kommt man in eine solche Situation ist doch wieder Alles anders. Das erleben wir alle, in kleinem oder größerem Rahmen jeden Tag! Mit diesen Entscheidung stehst wir Alle jeden Tag alleine dar, so wie du jetzt. Leicht wirst du es dir sicher nicht machen. Wir können dir zuhören/lesen, und das werden wir auch tun. Da bin ich mir sicher! Du findest den richtigen Weg, da bin ich mir genauso sicher!
    Last edited by a moderator: Jul 6, 2009
  7. Alpha

    Alpha Administrator Staff Member

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Ich denke mittlerweile das es gar nicht ich bin der hier die Entscheidung treffen wird.
    Das Problem ist ja das ich natürlich die Mutter meiner Tochter darüber informieren muss wenn ich mit jemanden zusammen bin der ein wenn auch nur Theoretisches mögliches Gesundheitsrisiko für meine tochter darstellen könnte.
    Und als Mutter hört toleranz verständlicherweise an dem Punkt auf an dem es um die Gesundheit des Kindes gehen könnte.
    Sie wird also wenig begeistert sein und da sie das alleinige Sorgerecht hat und meine Tochter mir das wichtigste überhaupt ist werde ich wohl nicht viel zu entscheiden haben.
    Denn es könnte so natürlich dazu kommen das ich mich zwischen einer Frau und meiner Tochter entscheiden muss und so leit es mir tut aber da gibt es natürlich nichts zu überlegen da ist die Entscheidung klar.
  8. queenmum

    queenmum Co-Moderator

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Ich danke dir für deine ehrlichkeit .
    Ganz ehrlich gesagt ,ich weiß nicht wie ich reagiert hätte ,man ist ja genug darüber aufgeklärt ,aber trotzdem beschleicht einem doch im ersten moment panik .
    Aber ich bin mir sicher das du genau weißt was du tust und die richtige entscheidung treffen wirst.Toll ist das "sie " offen mit dir darüber geredet ,es also nicht verschwiegen hat ,es ist doch sehr schwer es preis zugeben .
  9. criticalmass

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Hallo Alpha, auch von mir erstmal: Respekt, das Du zu Deiner momentanen Verunsicherung stehst und Dir Zeit nimmst, Deine Position abzuwägen und einen Weg zu finden um eine "richtige" Entscheidung zu treffen. Viele andere würden vermutlich panisch reagieren und vor der Frage flüchten, sich irgendwelche Gründe ausdenken und die Gefühle beerdigen.

    Aber genug Schmus, Du willst die Meinungen Deines Forums, also schalte ich mal in den Forenmodus und betrachte die Situation, als wärst Du ein Forenuser wie jeder andere auch.

    Was ich in der Geschichte sehe, sind drei Dinge; ein akutes und zwei komplexe. Das akute ist schnell geklärt: Du hattest Kontakt zu einem Menschen, der Überträger für eine gefährliche Infektionskrankheit ist. Die Sorgen, der Schock und die schlichten existenziellen Ängste sind sehr verständlich, aber haben einen klaren Ausweg: Den Test beim Arzt. Das mag nochmal den Puls hochtreiben, ist aber entscheidend für jeden weiteren Schritt. Ich weiß das Du das weißt und ich Dich damit langweile, aber da Du von keinem Test und keinem Ergebnis sprichst, muss ich es ansprechen.

    Jetzt zu den beiden komplexen Themen: Liebe und Verantwortung. Du hast die Frage fast schon für Dich selbst geklärt, aber ich will sie noch mal anstoßen. Es klingt als wären da zwei Gegensätze, die Du in eine Waage legst um sie gegeneinander abzuschätzen, aber ich weiß nicht wie Du diese Waage gebaut hast.
    Wenn ich Dich richtig verstehe, stellst Du die Verantwortung für Dein Kind (die Du rein faktisch nicht hast, ohne Sorgerecht) über die Gefühle zu der neuen Bekanntschaft. Warum? Um als Vater und Versorger gesund und "leistungsfähig" zu bleiben, oder aus Angst, eine Gefahr für das Kind darzustellen und deswegen den Kontakt zu verlieren? Okay, unfaire Frage, aber ich erwarte auch keine Antwort - nur das Du sie Dir selbst stellst.
    Und was ist mit der neuen Frau? Einerseits beschreibst Du sie so, das sie wirklich Liebe in Dir weckt, andererseits hast Du Angst vor den drei Buchstaben die in ihr stecken, und den Konsequenzen die eine Beziehung bedeutet. Du hast Dich schon durch alle möglichen Webseiten zur HIV-Impfstoffentwicklung (EuroVacc 02, Merck-Studie, GeneArt-Patente) gelesen und hast den Eindruck, das irgendwann der Erreger besiegt werden wird - andererseits hast Du auch die Statistiken gelesen, kennst die Daten zu Übertragungswegen, Inkubationszeit, Krankheitsverlauf und Therapieansätzen. Das alles beruhigt nicht. Die einzige Antwort, die Du Dir geben kannst, liegt in Dir selbst: Kannst Du ohne diese Frau glücklich weiterleben?

    Eine Beziehung anzufangen würde bedeuten, das Leben noch mal umzukrempeln. Noch mehr Verantwortung, mehr Akzeptanz von Gegebenheiten, ein Überwinden der Angst durch gegenseitige Offenheit, gegenseitige Vorsicht, bewusstes Eingehen eines Risikos weil die Lebe stärker ist. Die Hoffnung nie aufgeben, die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns und der Depression tragen und daran stark zu werden.
    Das alles ist unheimlich schwer - und wäre unheimlich lohnend, stärkend und aufbauend wenn es funktioniert; und dazu gehören zwei.

    Deine Frage wie ich entscheiden würde kann ich mangels Kindern nicht ganz nachfühlen, aber wenn mir meine heutige Partnerin damals erzählt hätte, das sie eine ernste Infektion mit sich herum trägt, hätte ich mich wahrscheinlich doch für sie entschieden. Vieles wäre dann natürlich anders, aber ich vermute mal das man lernt, die Situation zu akzeptieren und die Vorsichtsmaßnahmen zur Selbstverständlichkeit werden - und der Mensch an meiner Seite, das Gefühl nicht allein zu sein und die "fehlende Hälfte" gefunden zu haben würde das alles aufwiegen.

    Keine Ahnung ob es Dir hilft oder Dich noch mehr verwirrt, aber ich hoffe das Du die richtigen Waagschalen in Deiner Situation findest, und auch die Dinge, die in sie hineinpassen.
    Last edited by a moderator: Jul 6, 2009
  10. sonne

    sonne Tussi

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Ich habe den Thread hier gerade erst entdeckt, deswegen mal eine Kopie meiner Antwort im HF:

    Ich kann mir einerseits sehr genau vorstellen was Du durchmachst, andererseits weiß ich überhaupt nicht wie ich in der selben Situation reagieren würde, weil ich sie noch nicht hatte. Ich habe natürlich auch eine Vorstellung meiner eigenen Toleranz, aber wie Du selbst ja auch bemerken musstest, kann es passieren das man plötzlich an seine Grenzen stößt. Von daher antworte ich mal mit einer Mischung aus Herz, Bauch und Kopf

    Wenn man mal kurz beiseite schiebt das sie krank ist: Warum sollte man sich nach einem Abend mit Küssen für oder gegen eine Beziehung entscheiden? Meiner Meinung nach dürfen Beziehungen gerne wachsen. Man trifft sich wieder, man verbringt Zeit miteinander und schaut ob aus erster Sympathie und Verliebtheit was Dauerhaftes werden kann. Dabei ist es erstmal egal ob krank oder gesund, denn es kann passieren, das man einfach vom Kopf und Charakter her merkt, das es doch nicht so gut passt. Und wenn Du nach einiger Zeit feststellst, das da Mehr ist, das Liebe wächst, dann ist die Frage nach einer Entscheidung schon bald hinfällig, denn dann geht es nicht mehr um das OB, sondern "nur" noch um das WIE.

    Und sie ist ja in erster Linie Frau und nicht HIV-Patientin. Und ich kann mir vorstellen, das es auch in ihrem Sinne wäre Eure Freundschaft / Liebe langsam aufzubauen.
    Trefft Euch, redet, flirtet, lacht...alles "ganz normal". Erkundige Dich (z.B. bei Fachärzten) was Du und Deine Kinder beachten müssen (auch wenn man denkt man weiß alles, ist es beruhigend es nochmal aus berufenem Munde zu hören).

    Kurz gesagt: Entscheide noch nichts, lasst Euch Zeit und genieße es einen tollen Menschen kennengelernt zu haben!!!
  11. sonne

    sonne Tussi

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Ich muß hier durch die vorangegangene Diskussion noch was ergänzen: Das alleinige Treffen mit der Frau, wird die Mama von Deiner Tochter sicher noch nicht dazu bringen den Kontakt zu verbieten (zumal das Kind sich ja nicht mir ihr trifft). Deswegen denke ich, ich kann dabei bleiben: Lerne sie kennen und schau was überhaupt draus wird!
  12. sonne

    sonne Tussi

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Ich würde gerne wissen wie die Entwicklung zwischen Euch weiter gegangen ist....

    Wenns uns nix angeht sags einfach ;)
  13. Alpha

    Alpha Administrator Staff Member

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Um das zu erklären brauch ich etwas ruhe muss gleich zum Sport vielleicht schreib ich am abend kurz was darüber
  14. Alpha

    Alpha Administrator Staff Member

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Also nach einigen gedanklichen hin und her hab ich beschlossen der ganzen Sache eine Chance zu geben.
    Normalerweise bin ich ja eher von der schnellen Sorte und ich glaub alle Frauen sind nach spätestens 2-3 Wochen bei mir eingezogen.
    Hier jedoch ist es ein wenig anders.
    Wir haben erstmal nur eine Affaire und treffen uns ca 1-3 mal die Woche das wars erstmal.
    Ich will erst sehen wie ernst es wirklich ist und wie gut es passt bevor ich mich auf mehr einlasse.
    Es gab viele Gründe für diese Entscheidung dies alles diesmal ein wenig anders zu handhaben der wichtigste Entscheidungsgrund war aber die Verantwortung gegenüber meiner Tochter denn man kann es drehen und wenden wie man will ein wenn auch winzig kleines Risiko ist vorhanden....
  15. sonne

    sonne Tussi

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Das klingt doch vernünftig - und wenn ale Beteiligten mit der Situation so zufrieden sind, ist es genau richtig! Ich wünsche Euch einfach eine tolle Zeit! :)
  16. blaustern

    blaustern Moderator

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Ich habe den Thread erst gestern gelesen. War wohl gerade im Urlaub.
    Ich muss schon sagen, es ist bewundernswert, wie du an die Sache herangehst. Toleranz ist immer so ein Wort, welches wohl viele verwenden. Wenn es dann aber die Situation verlangt, tolerant zu sein, dann zeigt sich der wahre Charakter.

    Auch wenn du im Moment des Kennenlernens deine Toleranz in Frage gestellt hat, so hast du dich durch die Tatsache der HIV-Infektion deiner Bekanntschaft, doch Gedanken darüber gemacht und nicht von vornherein die Beziehung als unmöglich eingestuft. Das sit auch ein Zeichen für Toleranz.

    Stark finde ich, welche Rücksicht du auf deine Tochter nimmst. Dies ist nicht in allen gescheiterten Beziehngen mit Kindern der Fall.
  17. wolle

    wolle ...ist locker!

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    AW: Wie tolerant bin ich wirklich?

    Ich wünsch Dir ganz einfach Glück,egal wie auch immer hier die Sache ausgeht.;)

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